Müllverbrennung

Ein schwieriges Thema und natürlich muss unser Müll entsorgt werden. Dass Hameln mittlerweile aber weit über unserer Landkreisgrenzen hinaus zum Müllentsorgungszentrum des Norden ausgebaut wird, bereitet uns Sorgen. Zumindest haben wir als BUND sehr intensiv die erneuten Kapazitätserweiterungen der MVA Afferde und dabei viele Fragen unter anderem zur Qualtität der Rauchgasreinigungstechnik aufgedeckt. Die Grünen im Stadtrat Hameln haben uns hier unterstützt und waren von Anfang an dabei, als wir eine intensive Prüfung der Enertec-Planungen einforderten. SPD, CDU und FDP winkten das Thema problemlos durch.

3. April 2017

Neue Informationen zur Müllverbrennungsanlage Hameln (DEWEZET vom 3.4.2017)

Auf Seite 12 der DEWEZET vom 3.4.2017 gibt es eine Vielzahl neuer (brisanter) Informationen zur Müllverbrennungsanlage Hameln. Da der Beitrag nicht im Internet veröffentlicht ist (!) hier einige Informationsstichworte.

Demnach:

- Es beginnt mit einer Reduziernachricht aufgrund der Bioabfallsammlung. Die Restmüllmenge habe sich um 3.000 Tonnen pro Jahr durch die Veränderung verringert. Das entspräche laut Enertec-Chef Rainer Müller 300 Müllwagen. Die Kreisabfallwirtschaft habe damit die Entsorgungskosten für diese Abfallart halbiert!

- 90 Prozent des zu verbrennenden Abfalls käme aus einem Umkreis von 100 km. (30.000 Tonnen Abfall würden nach den heutigen Werten demnach von weit auswärts angefahren! Das entspräche dann 3.000 Müllwagen die aus weiter Entfernung ankommen. Altholz unklar.)

- Erstmals wird eingeräumt, dass es "Mülltourismus" gibt. Demnach würde zu Spitzenlastzeiten im Winter "Ersatzbrennstoff" aus Großbritannien zugegeben. Diese 750-Kilogramm-Ballen aus zerkleinerten Hausmüll würden per Lastwagen angeliefert. (Allein die Wortwahl ist bemerkenswert.)

- In Hameln wird ab dem Herbst die Jahresverbrennungskapazität von 300.000 t auf 350.000 t erhöht. Möglich wird dieses durch eine Modernisierung eines alten Ofens (Verbrennungskessels).

- Mittlerweile werden bei der Enertec 100.000 Tonnen Altholz (zusätzlich) verbrannt.

- 50 % der überr den "gelben Sack" gesammelten Verpackungsabfälle kämen am Ende in die/eine Verbrennungsanlage.

- 25 Prozent des Volumens und 10 % des Gewichtes bleiben als Schlacke und Filterstaub zurück. (Bei insgesamt bald 450.000 Tonnen Verbrennungkapazität müssen demnach im Jahr rund 45.000 Tonnen Restabfall deponiert und damit auch wieder abtransportiert werden.

- Die gesetztlich erlaubten Schadstoffmengen würden sehr weit unterschritten. Dioxine und Furane lägen knapp oberhalb der Nachweisgrenze. Entstehen aber demnanch!

- Der Gewinn bei Enertec liege 2015 bei 4,4 Millionen Euro. 2014 sei es noch etwas mehr gewesen. Von 2003 bis 2016 habe man 160 Millionen Euro investiert.

- Interessant ist auch die "Schönsprechsprache" des Berichtes. Alle Daten werden sehr nett positiv verpackt dargestellt. Auch diese entspricht einer gewissen Tradition unserer Heimatzeitung.

Auf einer BUND-Sonderseite haben wir Berichte und Infos zur Müllverbrennung zusammengetragen: http://hameln-pyrmont.bund.net/themen_und_projekte/muellverbrennung_hameln/

Einige alte Schreiben und Bericht zur MVA

1991 bis 2007 - Zum Vergrößern einfach draufklicken. Die MVA (die DEWEZET) und der BUND Hameln:

18. Februar 2012

Müllverbrennung zu verkaufen...

Schon während der Diskussion um die erneute Erweiterung der MVA Hameln im Jahre 2007 stellte der BUND immer auch die Frage über die Herkunft des zukünftig zu verbrennenden Abfalles. In Kenntnis der damaligen Kapazitätserweiterungen auf dem gesammten Verbrennungsmarkt in Deutschland waren wir mehr als skeptisch, ob das Versprechen von Enertec nur Abfall aus der Region zu verbrennen haltbar ist. Damals hatte der Enertec-Geschäftsführer Rainer Müller von einer Fehlkapazität von 400.000 Tonnen Müll pro Jahr gesprochen.

Tatsächlich hatte diese Frage zwar umweltpolitisch, nicht aber genehmigungstechnisch Relefanz. Die MVA Erweiterung wurde genehmigt, bebaut und läuft jetzt. 

Aber schon mit einer DEWEZET Meldung vom 14.07.2011 gab es Indizien, das etwas nicht stimmt. e.on würde möglicherweise sein Abfallgeschäft abstoßen hieß es da. Man prüfe eine Veräußerung von e.on Energy from Wast. Die e.on Sparte betreibt europaweit 18 MVA. Der deutsche Markt gelte als gesättigt, so der Bericht. 

Dann die Meldung aus dem Landkreis Holzminden. Dort hatte man sich umorientiert und der MVA Afferde einen Korb gegeben. Für HOL sei es preiswerter den Müll nach Bremen zu fahren (Was für ein mobilitätstechnischer Irrsinn) und dort zu entsorgen. Herraus kam das Thema durch eine Panne. die Holzmindener hatten vergessen, den MVA Afferde Vertrag zeitgerecht zu kündigen. Dennoch ein deutliches Zeichen, wie heiß umkämpft der Abfallmarkt ist.

In dieser Woche dann gleich zwei DEWEZET-Berichte über Verkaufsgerüchte und Spekulationen. Das Ganze ist auf jeden Fall höchst bedenklich. Ob sich der neue Verkäufer an die "Versprechen" der alten Manager, nur Abfälle der Region zu entsorgen, halten wird, ist mehr als zweifelhaft. Sobald die wirtschaftliche Lage es leider erforderlich machen sollte ... Ich würde jetzt schon drauf wetten!

Müllverbrennung und Petition des NABU

Osterfeuer, Foto: www.pixelio.de

Wir bitten alle Hameln-Pymronter, die Petition des NABU "Verwerten statt Verbrennen" mit zu unterstützen.

Weitere Infos unter: www.verwerten-statt-verbrennen.de

1. September 2010

Leserbrief zur DEWEZT Berichterstattung

Leserbrief zum Bericht DEWEZET „Nach viel Protest ist der vierte Kessel am Start“ vom 27.August 2010

Diese Berichterstattung ist eine Ohrfeige für Bürgerengagement und Demokratieverständnis. Die Kapazitätserweiterung auf fast das Doppelte (von 240.00 t auf 440.000t) wird verharmlosend als „Modernisierung“ abgetan. Die fachkompetenten Stellungnahmen zur Rauchgasfilterung werden ins Lächerliche gezogen (nicht die Anzahl der Stufen, sondern die Qualität…sei entscheidend). Eine beliebte Vorgehensweise, um von berechtigten Forderungen abzulenken und Probleme auszublenden. Das sich Frau Mehring (Ortsbürgermeisterin in Afferde) mit ihrer Aussage („ von Protesten habe ich nur zu Beginn der Planungsphase etwas mitbekommen“) an die Spitze so einer interessengeleiteten Ignoranz stellt, ist bestenfalls einer gutgläubigen Naivität geschuldet.

Müllverbrennung ist in erster Linie ein gutes Geschäft und nur deshalb ist investiert worden. Die Konsequenzen des verstärkten Anlieferverkehrs, des nicht vollständig zu analysierenden und beurteilenden Abgascocktails trägt die Bevölkerung mit ihrer „nunmehr verstummten Kritik“. Der Versuch alles unter dem „umweltpolitischen Mäntelchen“ zu verstecken, scheitert schon allein daran, dass es überhaupt keinen Ausbau des Fernwärmenetzes gegeben hat und auch die Müllvermeidung bei stetem Ausbau der profitablen Müllverbrennungsanlagen ad absurdum geführt werden.  

Helga Uppenkamp, BUND Hameln-Pyrmont

28. August 2010

Radio Aktiv Interview: MVA = Luftsäuberungsanlage (?)

Ein radio aktiv Beitrag zur Einweihung der 4. Verbrennungslinie, gesendet am 27.08.201.

Auszug: " Ich behaupte manchmal die Luft, die wir hier unten ansaugen ist dreckiger als das, was oben aus den Schornstein wieder rauskommt." Zitat von Casten Stäblein, den Vorstandsvorsitzenden des Hauptinvestors E.On engergie from wast.

Obwohl ein Viertel mehr Müll verbrannt wird, soll die Luft nicht stärker belastet sein als vorher.

Beitrag als interner Download: MVA-Einweihung 4. Verbrennungslinie

25. August 2010

Hintergrund- oder Hofberichterstattung?

In der Ausgabe vom 25. August 2010 berichtet die DEWEZET mit der Überschrift "Hintergrund" mit einer ganzen Seite im redaktionellen Teil (!) über den neuen Kessel der MVA. Morgen, am Donnerstag, soll die 80-Millionen-Investition für 140.000 t Müll eingeweiht werden. 

Und wir als BUND haben wieder mal keine Einladung.

Warum eigentlich nicht? Vielleicht, weil wir von Beginn an versucht haben, Licht ins Dunkel der jeweiligen Genehmingungsverfahren zu bringen? Weil wir versucht haben die Angaben der MVA-Betreiber kritisch zu hinterfragen? Weil wir ein kleines bischen mit dabei waren, zusammen mit den Grünen und der damals kritischen Berichterstattung der DEWEZET, als es darum ging zu verhindern, dass italienischer Müll nach Hameln geholt werden konnte?

Der Bericht des mittlerweile pensionierten Profi-Journalisten Wolfhard F. Truchsess aber verdient einen BUND-Kommentar, weil er genau das Gegenteil tut. Statt zu hinterfragen werden kritiklos die Behauptungen der Konzernsprecher wiedergegeben und mit schönen Rahmenworten umgarnt: "Riesig steht der neu errichtet Klotz... und ist von außen doch kaum zu erkennen. ... Dabei hat Enertec hier rein gar nicht zu verbergen oder zu verheimlichen. ...") Na ja, nur ein paar Sätze aus dem Beitrag. Ich empfehle den gesamten Bericht einmal zu lesen (download: DEWEZET-25.08.2010).

Hätte statt Hintergrund "Anzeige" über den Bericht gestanden, alles wäre i.O. gewesen. Nun aber muss sich die DEWEZET fragen, ob das der journalistische Standart ist, den die Tageszeitung halten möchte. Schade. Ein Bericht wert wäre es gewesen, wenn man sich bemüht hätte, zu recherchieren ob es stimmt, was dieser Großkonzern behauptet.

Wie war das mit der Rauchgasentschwefelungsanlage im Genehmigungsverfahren? Ein Blick auf dieser BUND-Seite und der Redakteur hätte ein Gutachten gefunden, welches zumindest Zweifel wecken würde.

Wie ist das mit den Stickoxiden? "...weniger als 50 % der erlaubten Menge, bei Quecksilber und den hochgiftigen Dioxinen und Furanen liegt der Wert sogar unterhalb von fünf Prozent." Fünf Prozent von was? Verdoppelt sich die Ausstoßmenge dieser Giftgase, wenn sich die Verbrennungsmenge verdoppelt? Könnte Laie so denken. In der Summe würde dass dann mehr Belastung für die Bürger bedeuten. Aber wir wollen doch besser keinen beunruhigen.

Wie ist das mit der Fernwärme? Wurde das Fernwärmenetz der Kapazitätserweiterung angepasst? Verdoppelt?

Fragen über Fragen, die sich Herr Truchsess wohl nicht gestellt hat.

Interessant die These, das Enertec die MVA (für viel Geld übrigens) gekauft hat, obwohl der Betrieb angeblich rote Zahlen geschrieben und vor der Schließung stand. Für wie dumm hält der Redakteur eigentlich die Leser, dass er solche Propaganda weitergibt.

Sorry DEWEZET (eigentlich lese ich Dich ja ganz gerne) aber den Pulitzer Preis wird es für dieses Hofberichterstattung nicht geben. Vielleicht aber die ein oder andere freundliche Anzeige von Enertec oder E.ON? Anzeigen sind in Ordnung! Auch "Nachrichten für Nachbar" muss es geben. So etwas bezahlt aber der Auftraggeber und nicht der Leser/Abonent.  Schade, so bleibt ein Fleck auf der Weste der DEWEZET. Aber was soll es. Merken wird es wohl kaum jemand.

MfG  Ralf Hermes

P.S. Einige Seiten weiter in der selben Ausgabe einen autogewaltverherrlichenden Artikel zu schweren Geländewagen (ohne Hinweis auf die Ökobilanz) SUV nennen sich diese Dinger. Aber bei Herrn Asmuss, den hier zuständigen Redakteur, ist die Ökofeindlichkeit ja Programm. Mir aber hat das Zeitunglesen heute schon vor sechs Uhr das Frühstücksbrötchen wieder hochgebracht.

P.S.II : wer den Kommentar kommentieren möchte hätte die Möglichkeit dazu im Forum von: www.wesio.de

8. Mai 2010

Emmissionsdaten MVA Hameln

2009

verbrannte Müllmenge 219.599 t (Restmüll) und 94.776 t (Altholz)

2008

verbrannte Müllmenge ??? t (Restmüll) und ??? t (Altholz)

2007

verbrannte Müllmenge 229.458 t (Restmüll) und 105.742 t (Altholz)

2005

verbrannte Müllmenge 193.793 t (Restmüll) und 100.110 t (Altholz)

2004

verbrannte Müllmenge 164.356 t (Restmüll) und 91.793 t (Altholz)

2003

verbrannte Müllmenge 159.835 t (Restmüll) und 80.168 t (Altholz)

als download sind jeweils die öffentliche Bekanntmachung aus der DEWEZET hinterlegt.


Radio Aktiv Interview aus 2007

Nachfolgend radio aktiv Interview mit dem BUND über die Erweiterung der Müllverbrennungsanlage Hameln. Dazu Zeitungsberichte und Bilder:



BUND Sonderseite Wildkatze

Zur BUND Sonderseite Ravelin Camp

Zur Sonderseite 40 Jahre AKW Grohnde

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